Kunstfiguren wie Major Tom, Ziggy Stardust und Jean Genie stammen aus seiner Feder; und auch sich selbst hat er während der letzten vier Jahrzehnte mehrfach neu erfunden. Die Rede ist von David Bowie. Musiker. Schauspieler. Chamäleon und Ausnahmekünstler. Mit Marc Spitz’ Veröffentlichung liegt nun die aktuellste Biografie zu dieser schillernden Persönlichkeit in deutscher Sprache vor.

David Bowie, am 8. Januar 1947 in London geboren, kann auf ein bewegtes und arbeitsreiches Leben zurückblicken: Mit Songs wie “Let’s Dance”, “China Girl” oder “This is not America” konnte Bowie hierzulande vor allem Anfang bis Mitte der 80er punkten. Auf internationalem Parkett bewegt sich der Brite schon länger erfolgreich; so verkaufte er bis heute mehr als 140 Millionen Tonträger rund um den Globus inspirierte Kollegen wie Morrissey und Steve Strange (Visage). Nicht von Ungefähr zählt er zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts; Der New Musical Express (NME) wählte ihn 2000 sogar zum “einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten”,

Als Schauspieler agierte er in Spielfilmen und Fernsehserien wie “Der Mann, der vom Himmel fiel“, “Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence“, “Begierde“, “Kopfüber in die Nacht“, “Die Reise ins Labyrinth“, als Andy Warhol im Film “Basquiat” oder mit einem Kurzauftritt in David Lynchs “Twin Peaks walk with me“. So viel Fleißarbeit muss sich natürlich irgendwann auszahlen: Seit 1996 hat der Mann mit den charismatischen Augen einen Platz in der Rock and Roll Hall of Fame sicher und seit 2007 eine Auszeichnung für sein Lebenswerk von der International Academy of Digital Arts and Sciences auf der Vitrine.

Kurzum: Autor und Musikjournalist Marc Spitz hat eine Menge zu erzählen, wenn er sich das Leben von David Bowie vorknöpft. Da gibt es Fragen wie es zu den unterschiedlich wirkenden Augen des Briten kommt oder wie es um die sexuelle Orientierung des mitunter androgyn auftretenden Musikers steht. Anstatt nur die lange Liste aus Diskografie sowie Film-, Bühnen- und Videoauftritten abzutippen, läd der US-Amerikaner seine Leser auf eine Zeitreise in das junge Nachkriegsengland ein. Es geht u.a. ab in Londons Mod- und Hippie-Szene der Sechziger und in das von Sex und Drogen pulsierenden 70er-Jahre, in welchen unser kokainkonsumierender Hauptakteur ganz vorne mitmischte.

Für die Annekdoten sorgen in der Biografie Zeitzeugen wie Ex-Frau Angie Bowie, Ex-Manager Kenneth Pitt und Musikerin Siouxie Sioux; Futter für das Auge bieten ansprechende Fotografien; und den persönlichen Ton liefert der Autor selbst – gibt er sich doch als Bowie-Fan zu erkennen. So berichtet Spitz mit einem zwinkernden Auge davon wie er mit Bowies Musik aufwuchs und das vorliegende Buch schrieb.

Fazit: Es ist zwar nicht alles Sternenstaub, was sich mit Ziggy Stadusts alter Ego beschäftigt, aber David Bowie-Fans werden auf ihre Kosten kommen.

David Bowie: Die Biografie
400 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
mit zahlreichen Abbildungen
Format 18,5 × 25 cm
€ 29,95 (D) / € 30,80 (A) / sFr 47,90
ISBN 978-3-941378-87-2

Bildquelle: edel